Elektronisches Energiebuch bei der Internationalen Handwerksmesse (IHM) vorgestellt

Ein "Werkzeug" der Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz (MIE)

(07.03.2018) Bei der IHM in München stellten der Generalsekretär des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), Holger Schwannecke, der Präsident der Handwerkskammer des Saarlandes (HWK), Bernd Wegner, HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes und der Geschäftsführer des Saar-Lor-Lux Umweltzentrums (UWZ), Hans-Ulrich Thalhofer, am Mittwoch, 07. März 2018, die neue digitale Version des „Energiebuchs für Handwerksbetriebe“ der MIE vor. Dabei handelt es sich um einen an die Bedürfnisse kleiner und mittlerer Handwerksbetriebe angepasstes, übersichtlich strukturiertes elektronisches Tool, in dem Daten zum betrieblichen Energieverbrauch gesammelt und ausgewertet werden.
 
ZDH-Generalsekretär Schwannecke betont die Wichtigkeit des Energiebuchs für Handwerksbetriebe, die Energie sparen wollen: „Mit dem digitalen Energiebuch unterstützen wir Handwerksbetriebe, sich energieeffizient aufzustellen. Alle für den Energieverbrauch relevanten Betriebsinformationen können darin übersichtlich erfasst und ausgewertet werden. Damit können Geschäftsführer und Betriebsleiter die richtigen Investitionsentscheidungen treffen und ihren Betrieb fit für die Zukunft machen.“

Foto: ZDH-Generalsekretär Holger Schwannecke (6.v.l.), HWK-Präsident Bernd Wegner (4.v.l.), HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes (3.v.l.) und UWZ-Geschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer (5.v.l.) und die Geschäftsführer der an der MIE beteiligten Umweltzentren stellten auf der IHM das digitale Energiebuch vor (Copyright: Handwerkskammer des Saarlandes/Jan Grolier)


HWK-Präsident Bernd Wegner verbindet mit der digitalen Version des Energiebuchs den Appell an die Bundesregierung, die Förderung fortzuführen: „Die Strukturen der MIE  im Handwerk festigen sich gerade. Tools wie das Energiebuch werden weiter optimiert, digitalisiert und sind für Handwerksbetriebe nun noch einfacher zu benutzen. Um nachhaltige Strukturen für mehr Energieeffizienz im Handwerk zu schaffen, die auch noch in zehn Jahren wirksam sind, wünschen sich unsere Handwerksbetriebe, dass die Bundesregierung die MIE über das Jahr 2018 hinaus verlängert. Denn das Handwerk profitiert von der Initiative, und der Klimaschutz wird gestärkt.“
 
HWK-Hauptgeschäftsführer Dr. Arnd Klein-Zirbes unterstreicht: „Mit dem Energiebuch und vielen weiteren Maßnahmen wurde ein für das Handwerk einheitlicher Beratungsstandard entwickelt, der bundesweit erfolgreich umgesetzt wird. Handwerksbetriebe setzen dank unserer Beratung konkrete Energieeffizienzmaßnahmen um. Schon jetzt zeigt sich, dass die Mittelstandsinitiative ein Erfolg ist.“
 
UZ-Geschäftsführer Hans-Ulrich Thalhofer, hebt als einer der Initiatoren des MIE-Projekts zur digitalen Version des Energiebuchs hervor: „Viele Handwerksunternehmen sind digital aufgestellt. So lässt sich die elektronische Variante des Energiebuchs leicht in die Arbeitsabläufe in Handwerksbetriebe integrieren. Wir werden die Version auf Papier und die digitale Variante des Energiebuchs zukünftig im Gleichschritt weiterentwickeln und für die Nutzung im Betrieb weiter optimieren.“
 

Digitale Version bietet Vorteile
Die Struktur der neuen digitalen Variante des Energiebuchs entspricht dabei der des 2017 eingeführten Energiebuchs in Papierform. Die eingesetzte Energie im Betrieb sowie die zugehörigen Kosten werden über verschiedene Datenblätter zu den Energieträgern Strom, Wärme, Kraftstoffe (bei Bedarf auch Wasser) erfasst; dabei werden gleichzeitig die entsprechenden CO2-Emissionen berücksichtigt.
 
Für Unternehmen, die Energiekosten sparen wollen und daher regelmäßig Verbräuche kontrollieren, bietet die elektronische Version einige Vorteile: Alle Eingaben erfolgen hier zentral über zwei digitale Aufnahmebögen und erforderliche Umrechnungen (Witterungsbereinigung etc.) sowie der Übertrag in die zuggehörigen Datenblätter erfolgen automatisch. Die chronologische Auflistung der Verbrauchsdaten über mehrere Jahre sowie deren grafische Auswertung gewährleisten eine hohe Übersichtlichkeit der Datenblätter sowie eine besonders gute Vergleichbarkeit der Informationen. Automatisch gebildete Kennwerte, die dann von Jahr zu Jahr verglichen werden können, lassen gezielt Rückschlüsse auf die betriebliche Energieeffizienz zu. Abgerundet wird die digitale Version des Energiebuchs durch zusätzliche Hilfs-Tools zur Erfassung von Zählerständen sowie dem durchschnittlichen Ölverbrauch im Betrieb. Die Nutzung von MS Excel als Basis gewährleistet außerdem, dass nahezu jeder Handwerksbetrieb dieses Tool unkompliziert nutzen kann.
 
Dienstleistungen des MIE-Projektes für das saarländische Handwerk
Im Rahmen der MIE unterstützt das UZ Handwerksbetriebe bei der Analyse ihres betrieblichen Energieverbrauchs, bei der Identifizierung von Einsparpotenzialen und bei der Umsetzung von Energieeffizienzmaßnahmen. Dabei erhalten die Betriebe bei einem Vor-Ort-Termin eine Einstiegsberatung und Empfehlungen zur weiteren Vorgehensweise. Die MIE hat bundesweit bereits über 1.000 Beratungsbesuche bei Handwerksbetrieben durchgeführt. Das Projekt MIE wird gefördert durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit .

Energiebuch für Netzwerke
Das Netzwerkarbeitsbuch, welches von der Initiative Energienetzwerke für die Netzwerkarbeit anerkannt ist, baut auf dem Energiebuch auf und ergänzt dies um ein weiteres Register "Netzwerkregister". Weitere Informationen dazu finden Sie hier.

Informationen und Ansprechpartner zur Mittelstandsinitiative Energiewende und Klimaschutz - Werkstätten des Handwerks finden Sie hier.